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Love and The Village

Kolumne


von Carrie Breitschal

21.Oktober 2006

In einem kleinen Dorf mit nur wenigen Einwohnern, braucht jeder eine ganz bestimmte Aufgabe, damit das Dorfleben so geführt werden kann, wie ein Dorfleben nun einmal ist:

Klatsch und Tratsch, viele Liebeleien, Intrigen und dieser ganz bestimmte Zusammenhalt, der jedem zu erkennen gibt „wir sind EINE Dorfgemeinschaft“.

Man könnte fast sagen, dass jeder Bewohner, eine Karte ziehen muss, auf der seine Aufgabe steht. Manche ziehen die „Dorfbewohnerkarte“, diese haben dann nichts weiter zu tun, als ihr Leben zu leben. Andere ziehen die „Wolfkarte“, diese haben wiederum nichts anders zu tun, als die Dorfbewohner daran zu hindern, ihr Leben zu leben, indem sie immer wieder in dieses Leben eingreifen wollen (z. B. durch das Verbreiten von „Unwahrheiten“.

Dorfbewohner sind oft nicht sehr schlau, ihnen fehlt die Fähigkeit, die Wölfe zu durchschauen, weshalb es natürlich noch „Seher“ geben muss, die in der Lage sind, die Wölfe zu durchschauen und diese zu entlarven.

Wie in einem großen Kreis, fängt das Spiel immer wieder von vorne an:

Ein Wolf schlägt zu, ein Dorfbewohner leidet darunter, die Seherin versucht zu entlarven, die Dorfbewohner versuchen den Wolf zusammen auszuschalten...

Doch eine ganz wichtige Karte darf man in diesem Spiel nicht vergessen. Sie ist mit die wichtigste. Die Karte, von der die Wölfe am meisten profitieren. Denn durch diese wichtige Karte, gelingt es ihnen manchmal, zwei Personen auf einmal zu schaden. Es ist das interessanteste Thema, das ein Dorf zu bieten hat: die LIEBE.

Amor greift sehr häufig in dieses Spiel mit ein und nicht zu selten kann das sehr verheerende Folgen haben. Die Wölfe leben von der Liebe, von den Geschichten (tragisch oder schön...), die sich die Liebe ausdenkt.

Es gibt Zeiten, in denen Amor sehr häufig zuschlägt. Zeiten, die so viel Neues bringen, dass die Wölfe fast schon übersättigt sind. Dann gibt es wieder Zeiten, in denen Amor scheinbar eine Pause macht. Diese Zeit kann mindestens genauso schlimm sein. Die Wölfe leiden Hunger, sie müssen sich ihre Nahrung selbst suchen... Und so kommt es schließlich, dass viele Gerüchte entstehen, die nach außen getragen werden. Gerüchte, die verhindern, dass die Wölfe verhungern...

27.Oktober 2006

Manchmal verschießt Amor offensichtlich seine Pfeile, ohne darauf zu achten, wohin diese fliegen. So kommt es durchaus auch vor, dass ein bereits verheirateter Mann plötzlich und unerwartet von einem solchen Pfeil getroffen wird.

Besonders anfällig sind solche Männer scheinbar in einem nicht mehr ganz nüchternen Zustand. Amors Pfeil zeigt sofort Wirkung. Mann fühlt sich jung und attraktiv. Die Tatsache, dass gerade „Tag des Offenen Geldbeutels“ ist, verstärkt dieses Gefühl noch, da sich nun scheinbar tatsächlich die Dame seines Herzens für ihn zu interessieren scheint (und natürlich nicht für das Geld...).

Mit Komplimenten wirft er um sich, genauso wie mit Lügen, um sich noch „attraktiver“ aussehen zu lassen. Doch, glaubt man ihm das denn wirklich alles? Liebe macht eben blind ;-)

Unter die Pfeile des richtigen Amors mischen sich manchmal allerdings auch andere Pfeile. Diese Pfeile sind nicht wirklich abgeschossen, sie haben niemanden getroffen. Doch trotzdem sind sie da... in Form von Gerüchten natürlich.

Wenn man eine Abneigung gegen Gerüchte hat, die die eigene Person betreffen, so sollte man sich stets an die Goldene Anti-Gerüchte-Regel halten:

Eine Freundschaft zwischen Männlein und Weiblein KANN nicht existieren. Es läuft stets mehr zwischen einem Mann und einer Frau. Also vermeide Unterhaltungen mit jemandem anderen Geschlechts! Lass dich auch auf gar keinen Fall mit jemandem anderen Geschlechts sehen! Lauf nicht neben demjenigen/derjenigen durchs Dorf! Und das wichtigste: lass dich verdammt noch mal nicht von jemandem nach Hause fahren! Das ist das schlimmste, das du machen kannst! Denn damit ist die Sache ja wohl sehr klar: IHR SEID ZUSAMMEN!

Hältst du dich an diese Regel, so ist die Chance doch eher gering, dass irgendwann einmal ein Gerücht über dich in Umlauf gebracht wird. Hältst du dich jedoch nicht daran, so merke dir: Das Gerücht wird dich auf ewig verfolgen! Du wirst noch nach einigen Wochen gefragt, ob du noch mit deinem Freund/deiner Freundin zusammen bist. Und es wird immer Leute geben, die dir nicht glauben werden.

Willst du dein Leben jedoch nicht nach anderen richten (was ich für die klügere Variante halte), so tu einfach, was du willst und lass die Leute reden! Es ist nicht dein Problem, wer dir glaubt und wer nicht, solange du selbst (und deine engsten und besten Freunde, egal ob männlich oder weiblich ;-) ) die Wahrheit kennst!

28. Oktober 2006

Von der Liebe zur Kirche

Was ist es, das in einem Dorf nach den Gerüchten gleich an zweiter Stelle kommt in der Liste der wichtigsten Dinge? – Genau! Die Kirche!

Ein Dorf ohne Kirche ist wie ein Wald ohne Bäume. Deshalb sind wir doch alle (?) sehr froh darüber, dass nach dieser endlos langen Zeit der Wald wieder steht mit all seinen Bäumen – die Kirche ist renoviert!

Wir können das enge Klassenzimmer nun verlassen, in das sich jeden Samstag und Sonntag die Leute gequetscht haben und gehen zurück in die große, tolle, neue, aber immer noch gleich aussehende Kirche! Was für eine Freude!

Wie man sicherlich schon ahnt, kann dieses Ereignis nicht klein und unbedeutend vonstatten gehen, nein! Gebraucht wird ein Mega-Ereignis! Ein großes Fest soll es geben! Immerhin wird die Kirche ja nur einmal eingeweiht (das haben die sich vor 200 Jahren bestimmt auch schon gedacht...)! Das ganze Dorf im Ausnahmezustand!

Schon Wochen vor dem großen Ereignis finden die ersten Vorbereitungen statt! Der Friedhof muss wieder in neuem Glanze erstrahlen! Klar, wenn die Kirche schön ist, warum sollte der Friedhof dann nicht auch schöner werden? Auf geht es also in einen neuen Kampf: „Tütschi sucht das Supergrab!“ Neue Blumen braucht das Grab! Wer die größten, tollsten, blühendsten, buntesten Blumen hat gewinnt! Man stürzt sich in Unkosten für das teure Zeugs, das auf den Gräbern verwelkt. Doch sicherlich ist es das wert! Immerhin kann man dann behaupten, dass es der Verstorbene gut hat, mit so einem schönen Grab, in dem er liegt... Da kann er sich noch lange dran erfreuen!

Dann in all der Nervosität ereilt uns auch noch eine tolle Nachricht: Der Erzbischof, besser bekannt unter dem Namen Erdbeerschorsch, kommt! Endlose Einladungen wurden verschickt, mit der Bitte, er solle sich dieses große Ereignis doch nicht entgehen lassen! Gefolgt ist er keiner dieser Einladungen... Stattdessen musste etwas anderes her: Macht! Und was ist Macht? Genau! Geld! Also wer könnte da besser einladen, als der reichste (?) Mann des Dorfes! Gesandt wird nun noch eine persönliche Einladung (vielleicht gefolgt von einer dicken Spende an die Erzdiözese? Man weiß es nicht...). Und siehe da! Es klappt! Der Erdbeerschorsch kommt tatsächlich in unser kleines, unbedeutendes Dorf! Die Freude ist groß, die Aufregung größer! Jetzt muss alles klappen! Es darf nichts mehr schief gehen!

So entschied man sich, die Organisation an kompetente Personen zu übergeben.

An Leute, die Ahnung davon haben, wie man ein solch großes Fest plant und organisiert. Und wer könnte besser dafür geeignet sein, als die Leute, die sich sowieso immer in alles einmischen?! Also nahm man, da diese Personen sich auch immer in alles einmischen WOLLEN, eher gezwungen, diese kompetenten Personen dafür her, dieses wichtige Ereignis zu organisieren. Dass nun nichts mehr schief gehen kann, ist ja wohl mehr als logisch! Oder?

Die Vorbereitungsphase war natürlich sehr lang! Schließlich musste die neue Kirche ja auch noch sauber gemacht werden! Unzumutbar, so viele Gäste in die neue, alte Kirche hereinzulassen, die dann nicht mal glänzt und funkelt! Der erste Eindruck ist schließlich der prägendste! So gaben sich die Putzfrauen diesmal natürlich besondere Mühe mit dem Putzen der Kirche! Sie wurde gründlicher geputzt als jemals zuvor! Jedes Staubkörnchen musste vernichtet werden! Das Kircheninventar, das ja lange genug nur unnütz herumstand und somit total verstaubt war, musste natürlich auch gründlichst gereinigt werden. Und so schrubbten, fegten und polierten sie... Leider zu viel... und schon war es passiert! Maria hatte kein Gesicht mehr! Welch ein Graus! Scheinbar gab es damals noch keine wasserfeste Farbe! (immerhin sind die Stauten unserer neuen, alten Kirche doch schon recht alt). Doch eine Maria ohne Gesicht, wie sieht das denn aus? Ein neues Gesicht muss her! Und schließlich wurden die Putzfrauen sogar noch kreativ und pinselten ein neues strahlendes Mariengesicht auf die Statue! Klar, wenn schon alles neu ist, warum nicht auch ein neues Gesicht für Maria?

Unsere Kirche ist einfach besser als andere! In anderen Kirchen fangen die Marienstatuen nur an zu weinen, bei uns verlieren sie gleich ein ganzes Gesicht! Wie vom Erdboden verschwunden und in der nächsten Sekunde war es wieder da! Ein Wunder? Sollte unsere neue, alte Kirche jetzt vielleicht sogar noch eine neue Wallfahrtskirche werden?

Der Freitag, der Tag vor der Einweihung! Die letzten Vorbereitungen werden getroffen! Die Dorfbewohner wollen schließlich nicht, dass dieser Tag ein Kirchentag wie jeder andere wird! Wo kämen wir denn da hin? Natürlich muss man sich für dieses Ereignis schick machen! Und zu den zusätzlichen Ausgaben für den Grabschmuck kommen nun noch Rechnungen für ein neues Kostüm/Anzug und eine neue Haarfrisur dazu! Schließlich kann man ja die Kirche nicht in seinen ältesten Klamotten einweihen oder mit einer alten Frisur... Kirche neu – Outfit neu! Logisch! Wenn schon Veränderungen, dann aber richtig!

Auch Samstag früh sind die Vorbereitungen noch nicht abgeschlossen! Man putzt und fegt alles ringsum! Die Höfe der umliegenden Häuser werden gekehrt, genauso wie die Straßen und Gehwege!

Nun, da das ganze Dorf inklusive Dorfbewohner in neuem Glanze erstrahlt, kann es doch auch losgehen! Das kompetente Organisationsteam (leider weiß niemand, aus wie vielen Personen es denn nun wirklich besteht, da sich jeder für kompetent hält und jeder den anderen für inkompetent...) tritt seine letzten Vorbereitungen an! Der Empfang in der Schule nach dem Gottesdienst zu dem ALLE recht herzlich eingeladen sind (ja... wie viele sind eigentlich ALLE?) muss noch geplant werden. Man beschließt sich also, zu zweit Brote im Akkord zu schmieren! Es ist nicht so, dass es nicht genügend freiwillige Helfer gegeben hätte... Es ist nur so, dass das Broteschmieren einfach eine höhere Aufgabe ist, die einen hohen Grad an Kompetenz erfordert! Schließlich kann man es niemandem zumuten – und schon gar nicht dem Erdbeerschorsch – ein Brot zu essen, dass nicht fachmännisch geschmiert wurde! Und so musste man wohl oder übel feststellen, dass die Zeit nicht ausreicht, um zu zweit innerhalb kürzester Zeit genügend Brote zu schmieren, dass es für alle reicht! Und so verließ man sich darauf, dass die Hälfte der Gäste einfach keinen Hunger hat!

Die große Stunde rückt immer näher. Doch so viel Trubel, so viel Arbeit, so viel Organisation... Da hatte man doch tatsächlich keine Zeit mehr, sich mit der höheren Technik der Kirche zu beschäftigen. So musste unser lieber Pater Garfunkel leider feststellen, dass ihn nicht alle verstanden, da das Mikrophon nicht ging... Doch dem Himmel sei Dank (der da oben meint es scheinbar sehr gut mit uns), der Techniker der Firma, die das ganze installierte, saß doch tatsächlich unter den Gästen und half sofort aus! Er betätigte den „On“-Knopf und behob dieses höchst komplizierte technische Problem! Gut, dass ein Fachmann da war, der sich mit so etwas auskennt! Vielleicht sollte man sich mal Gedanken darüber machen, einige Leute zu „Kirchentechnikern“ ausbilden zu lassen! Schließlich kann nicht immer zufällig ein Techniker in der Kirche sitzen.

Müde und erschöpft werden heute wohl alle in ihre Betten sinken! Fröhlich darüber, dass der ganze Stress nun vorbei ist! Und zurück geht es in ein ganz normales Dorfleben, in dem jeder wieder sein „eigenes“ Leben lebt und jeden Sonntag in die Kirche eilt, um sich seinen Platz in den neuen Kirchenbänken zu sichern! In diesem Sinne sag ich nur noch: Amen und hoffentlich nie wieder! J

28.November 2006

(Vorsicht! Diesmal seehr ernst! Und ja, es ist tatsächlich ernst, zu etwas mehr oder minder lustigem war ich nicht fähig)

Von Verwirrung, Freundschaft, Liebe und Dämlichkeit

Auch wenn sich die Männerwelt jetzt vielleicht freuen wird in gewisser Weise, so halte ich doch trotzdem fest, dass Frauen tatsächlich dämlich sind. Frauen sind dämlich, weil sie sich verwirren lassen von Männern. Frauen sind dämlich, weil sie es zulassen, dass sie den ganzen Tag nachdenken und Frauen sind dämlich, weil sie den ganzen Tag an ihn denken. Er denkt in der Zwischenzeit auch an vieles. Vielleicht sogar an sehr vieles. Doch er wird keinen einzigen seiner Gedanken an sie verschwenden. Keinen einzigen.

Frau fragt sich: Warum lerne ich immer die Falschen kennen?

Und schon ist sie da, die Verwirrung. Man lässt sich verwirren. Er sagt Dinge, man interpretiert und deutet und die Interpretationen und Deutungen vermischen sich mit Wünschen, Hoffnungen und Träumen. Doch schon im nächsten Moment wird dir plötzlich klar, dass die ganzen Deutungen und Interpretationen einfach nur falsch waren.

Du denkst eine zeitlang, du wärst etwas besonderes, bis du merkst, dass du nichts bist. Ein kleiner Stein in einem großen Berg. Ein Stein ist nichts. Ein Stein ist klein und unbedeutend.

Nimmt man ein so kleines Steinchen überhaupt wahr?

Er ist ein Sammler von vielen Steinen. Was interessiert ihn ein winziger Stein? Er sucht nach einem ganz besonderen Stein, nach einem großen Stein, größer als alle Steine, die er bisher gefunden hat. Ein Stein, der so hell leuchtet und doch so hart ist, ein Stein, der einfach anders ist, als alle anderen Steine. Warum solltest ausgerechnet du dieser Stein sein, wo du doch nur so klein und unbedeutend bist?

Die nächste Dämlichkeit beginnt mit der Verdrängung. Selbstzweifel und das Wissen, nicht der Stein der Steine zu sein, sowie die Bewusstheit darüber, dass es Dinge gibt, die nicht sein dürfen, veranlassen einen dazu, Gefühle und Gedanken zu verdrängen. Die Dämlichkeit liegt darin, dass Verdrängtes nicht verschwindet. Es dringt immer wieder in unser Bewusstsein und es kommt immer dann wieder zum Vorschein, wenn wir am wenigsten damit rechnen. Genau in diesem Moment fängt eine größere Verwirrung an. Eine Überforderung, weil man mit der Situation nicht mehr zurecht kommt. Man weiß nicht, wie man reagieren soll, weil man über die eigenen plötzlichen Gefühlsausbrüche zu schockiert ist.

Hat man sich die ganze Zeit nur eingeredet, dass man nichts mehr fühlt? Hat man sich die ganze Zeit nur eingeredet, dass es nicht sein darf, weil man es gar nicht will und in Wahrheit will man es, aber man glaubt einfach nicht daran, dass es sein kann? Man läuft eigentlich nur davon. Man läuft davon, aus Angst vor Bestätigung der Befürchtungen. Man läuft davon, weil man nicht anders kann. Und doch ist es die größte Dämlichkeit. Es zerstört wohl mehr, als es rettet. Es bringt nichts, weil Weglaufen noch nie etwas genutzt hat. Es verfolgt einen, wenn nicht bewusst, dann verfolgt es uns in unseren Träumen.

Und dabei ist doch alles, was wir wollen etwas Liebe... Liebe wie in einem Gedicht oder Liebe wie im Film. Einfach Liebe. Und doch sind wir uns nicht sicher, ob wir nicht doch einfach nur einen guten Freund haben möchten. Jemanden, der bei uns ist. Jemand, der uns versteht. Jemand, der uns zuhört. Einfach jemanden haben, der dir das Gefühl gibt, du bist nicht alleine. Und schon ist sie da... Die nächste Verwirrung. Freundschaft oder Liebe? Wo genau sind die Grenzen? Können Männer und Frauen überhaupt befreundet sein? Ist es nicht schon vorprogrammiert, dass es irgendwann passiert und zumindest einer mehr im anderen sieht als nur einen guten Freund? Warum sollte es auch nicht so sein? Ein guter Freund versteht einen, ein guter Freund ist für einen da, ein guter Freund hält dich fest, wenn es dir schlecht geht und freut sich mit dir, wenn dir etwas Tolles passiert ist. Und sollten genau diese Eigenschaften nicht auch auf DEN Freund zutreffen? Doch wo genau sind die Grenzen? Wie findet man heraus, ob man Freundschaft will oder mehr? Ein Kuss könnte es zeigen. Doch ein Kuss zerstört da, wo er nicht die Erleuchtung bringt. Und somit schwebt man weiter in Ungewissheit. Nicht nur Ungewissheit darüber, ob der andere genauso empfindet, sondern in Ungewissheit darüber, ob die Grenze zwischen Freundschaft und Liebe schon längst verschwommen ist.

 

3. Dezember 2006

 

Wahrheit und Lüge

 

Wenn ich mich selbst belüge und stundenlang vor dem Spiegel sitze, so werde ich kaum feststellen können, dass meine Nase länger wird oder meine Beine kürzer. Genau hier liegt das Problem: Ich weiß nicht, dass ich mich selbst belüge, da es nach außen keine erkennbaren Anzeichen dafür gibt.

Sich selbst zu belügen ist oft der einfachste Weg, um unangenehmen Dingen auszuweichen. Auf diese Weise kann man sich selbst eine lange Zeit etwas vormachen, ohne dass man das Problem lösen oder die Wahrheit erkennen müsste.

Die Wahrheit ist nicht immer einfach. Wir alle verlangen von anderen, dass sie ehrlich zu uns sind. Doch selbst sind wir weder zu uns noch zu anderen immer ehrlich.

Auf diese Weise verschenken wir oft kostbare Augenblicke. Weil wir zu feige sind, der Wahrheit ins Gesicht zu sehen, aus Angst, sie könne uns eine furchtbare Grimasse schneiden, die uns den Schlaf raubt und für Albträume sorgt. Doch auf diese Weise lassen wir uns auch die schönen Träume rauben, die für ein Lächeln gesorgt hätten und uns einfach nur glücklich und zufrieden machen würden.

Die eigentliche Schwierigkeit liegt denke ich darin, dass man es vorher nicht wissen kann, ob diese Wahrheit nun für Albträume sorgen wird oder ob sie uns glücklich machen könnte. Doch Fakt ist auch, dass wir die Enttäuschung durch das Selbstbelügen nur hinauszögern. Denn eine Enttäuschung würde es wenn dann so oder so geben. Man kann ihr nicht entkommen, man kann nur vor ihr davonlaufen. Doch irgendwann wird man von jeder Wahrheit eingeholt, ob man will oder nicht.

Sicherlich gehört einiges an Mut dazu, eine Wahrheit auszusprechen. Die Wahrheit erst einmal zu erkennen und sich für sie zu öffnen. Gefühle zuzulassen, auch wenn der Verstand ein riesiges Stopp-Schild hochhält und tausend Warnsignale ertönen. Der Verstand mag noch so wichtig sein, in einigen Fällen hat er jedoch keine Bedeutung. Denn der Verstand kann vielleicht logische Zusammenhänge erschließen, doch ab dem Zeitpunkt, an dem Gefühle im Spiel sind, gibt es keine Logik mehr. Jede Logik wird ausgelöscht. Der Verstand hat in diesem Fall nicht mehr die nötige Kompetenz um uns weiterhelfen zu können. Der Verstand beschützt uns lediglich davor, uns lächerlich zu machen oder uns lächerlich vorzukommen. Und auf diese Weise beeinflusst er unsere Entscheidungen und unser Verhalten, sowie unser Denken.

Doch was der Verstand nicht kann: er kann uns nie die Wahrheit zeigen. Die Wahrheit steckt nur in unseren Gefühlen. Nur Gefühle sind Indikatoren für Wahrheiten, die aus unserem tiefsten Herzen, aus unserer ganzen Seele kommen.

Das Davonlaufen steckt nur leider tief in uns drin. Enttäuschungen sind die Monster aus unserer Kindheit, die unter unseren Betten oder in unseren Kleiderschränken gelebt haben und die Ängste sind die Schatten, die uns zittern ließen. Und wie ängstliche Kinder sich vor Monstern verstecken, so verstecken wir uns vor Wahrheiten, die Enttäuschungen herbeiführen können.

Wir ziehen die Bettdecke über uns, liegen schluchzend und wimmernd in unseren Betten. Wir verschließen uns vor der Welt, anstatt unseren Ängsten ins Gesicht zu sehen. Stattdessen vergöttern wir die Helden, die es hinbekommen, ihre Ängste zu besiegen, die allen Mut aufbringen und selbst vor Enttäuschungen nicht zurückschrecken.

Wir sollten viel öfter die Initiative ergreifen, zu unseren Gefühlen stehen und einfach nur ehrlich sein zu uns und zu anderen. Das Glück kommt nicht auf einen zugerannt, das Glück wartet nicht auf einen. Es hängt ganz von uns ab, ob wir es einfangen können, oder ob es uns davonläuft, weil wir davongelaufen sind.

 

 




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